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Die Ingenieursdisziplin des Climate Engineering ist eine Gewerke übergeifende Beratungsleistung, die sich seit Anfang der 90er Jahre in der Gebäudeplanung etabliert hat. Ziel des Climate Engineering ist es, frühzeitig die Aspekte des Energieverbrauchs und des Gebäudeklimas in die Planung zu integrieren. Somit können die natürlichen Ressourcen besser für die Gewährleistung des Raumkomforts genutzt und Kosten für die Haustechnik reduziert werden. Ein energetisch gutes Gebäude funktioniert weitest gehend “aus sich heraus”, ohne allzuviel aufwendige Technik.
Beispielsweise können in unserem mitteleuropäischen Klima sinnvoll geplante Bürogebäude auf eine herkömmliche “Klimaanlage” im Sommer meist verzichten, wenn man die Gebäudemasse als Pufferspeicher heranzieht, die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht oder die nahezu konstante Temperatur des Erdreichs ausnutzt. Die hierzu notwendigen Technologien wie Betonkernaktivierung, Erdreichwärmetauscher oder Erdkanäle haben sich in den letzten Jahren gut bewährt.
Gutes Climate Engineering trägt auch dafür Sorge, dass ein Gebäude solar-energetisch im Gleichgewicht ist. Die Solarstrahlung sollte soweit als möglich für Heizzwecke oder als Tageslicht zur Raumausleuchtung genutzt werden, ohne dabei den Innenraum zu überhitzen.
Climate Engineering begleitet den Architekten in seiner Planungsarbeit bereits ab dem Vorentwurf und berücksichtigt bzw. integriert Fassaden planung, Bauphysik und Haustechnik.
Das wichtigste Planungswerkzeug des Climate Engineering ist die Gebäudesimulation, um das Verhalten eines Gebäudes sicher prognostizieren zu können. So kann man beispielsweise mit Hilfe der thermischen Gebäudesimulation die zu erwartenden Raumtemperaturen und Energie- verbräuche ermitteln oder mit der Tageslichtsimulation die optimalen Gestaltung der Räume in Hinsicht auf die Raumausleuchtung und Reduktion des Kunstlichteinsatzes bestimmen.
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